Ausstellung

Die Ausstellung „Rudolf Maison – Bildhauer für König, Kaiser und andere kunstliebenden Laien“ im Historischen Museum Regensburg dokumentiert erstmals umfassend Leben und Werk des einst prominenten Bildhauers, dessen konsequenter Naturalismus schon zu Lebzeiten polarisierte.

Der Autodidakt Rudolf Maison (* Regensburg 1854 –  † München 1904) eroberte sich mit Talent und Beharrlichkeit und trotz vieler Rückschläge einen Platz in der vordersten Reihe der Bildhauerkunst im Wilhelminischen Kaiserreich.

Nach frühem Erfolg, den er unter anderem dem Auftrag König Ludwigs II. für den Fama-Brunnen vor Schloss Herrenchiemsee verdankte, feierte er den vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere mit Entwürfen für das neue Reichstagsgebäude in Berlin. Nur ein Teil seiner Werke im öffentlichen Raum hat die Zeiten überdauert: manches fiel dem zweiten Weltkrieg zum Opfer – so etwa der Teichmann-Brunnen in Bremen –, anderes dem Kunstverständnis der Nachkriegsjahrzehnte, wie beispielsweise das schon seit der Aufstellung umstrittene Reiterstandbild des Kaisers Friedrich III. in Berlin.

Noch heute sind seine vielfach reproduzierten Salonplastiken, in denen sich Themen und Geschmack des Fin de Siècle spiegeln, auf dem Kunstmarkt zu finden. Zu den bekanntesten und verbreitetsten seiner kleinformatigen Schöpfungen zählen ein gefälliger Augur und ein heroischer Siegfried, der Protagonist des Nibelungenliedes.

Maison, vom Prinzregenten Luitpold 1891 zum Professor der Bildhauerei befördert, starb auf dem Zenit seines Schaffens unerwartet im Alter von nur 49 Jahren und geriet danach nahezu in Vergessenheit. Dank der großzügigen Schenkung der Witwe Emma Maison im Jahr 1913 besitzt das Historische Museum Regensburg weite Teile des künstlerischen Nachlasses, darunter etliche nicht umgesetzte Wettbewerbsentwürfe. Vieles davon blieb den Augen der Öffentlichkeit mehr als 100 Jahre verborgen. In der Ausstellung ergänzen und bereichern zahlreiche private Leihgaben und historische Fotografien den museumseigenen Bestand. Mit neuesten Forschungsergebnissen unterlegt, entsteht ein spannungsreiches Gesamtbild des Künstlers Rudolf Maison in seiner Zeit.

Flyer zur Ausstellung: Rudolf Maison (1854-1904)

 


 

Hintergrund

In Kooperation mit nationalen Leihgebern (in Auswahl: Nachfahren des Künstlers, Museum Starnberg, Bode-Museum Berlin, Stadt Bremen und Stadt München) widmet das Historische Museum dem 1854 in Regensburg geborenen Bildhauer Rudolf Maison eine eigene Ausstellung. Zahlreiche Kunstwerke des Autodidakten befinden sich auch noch heute deutschlandweit im öffentlichen Raum. Maison gehörte zu den bevorzugten Künstlern der Wittelsbacher (z.B. Fama-Brunnen auf Herrenchiemsee). Seine Kunst fand unter anderem auch Anklang beim Kaiserhaus in Berlin (z.B. Kaiser Friedrich III.-Denkmal in Berlin/zerstört).

Die Würdigung seines Schaffens erfolgte durch Prinzregent Luitpold, der ihn 1891 zum Professor ernannte. Nach seinem Tod 1904 fand die einzige Gedächtnisausstellung mit vierzig seiner Werke im Glaspalast München statt.

Der kaum bekannte Sohn der Stadt Regensburg erfuhr im 20. Jahrhundert wenig Aufmerksamkeit und ist nahe zu vergessen. Die Sonderausstellung zeigt in der ersten großen Retrospektive zu diesem Künstler des Historismus seine große Bandbreite in der Themenwahl (Mythologie, Sagen und historische Ereignisse, Porträts).

Das historische Museum besitzt weltweit die größte Sammlung. Die Exponate dokumentieren auf einmalige Weise in den Gipsmodellen (Schenkungen der Witwe) den Werk- und Entwurfsprozess.


 

Ein Blick in die Ausstellung

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